Keine intelligente Corona-Prävention in Karlsfeld

In der Hauptausschuss-Sitzung des Karlsfelder Gemeinderats vom 8. Dezember 2020 wurde der Antrag der GRÜNEN abgelehnt, auch in Karlsfeld für Schulen und Kitas, für die die Gemeinde zuständig ist, CO2-Messgeräte zu beschaffen, die beim optimalen Lüften der Klassen- und Gruppenräumen helfen sollen.

Diese Messgeräte, auch CO2-Ampeln genannt, zeigen über den CO2-Gehalt der Raumluft indirekt auch den Anteil der gefährlichen Aerosole an. So kann zielgerichtet dann gelüftet werden, wenn dies notwendig ist. Dies kann je nach Größe und Belegung des Raumes früher oder später als die pauschale Empfehlung von 20 Minuten sein. Besonders jetzt in der kalten Jahreszeit führt ein zu häufiges, teils unnötiges Lüften zur Auskühlung der Räume und damit zur erhöhten Gefahr von Erkältungskrankheiten für unsere Kinder und die Lehrer*innen und Erzieher*innen.

Ergänzend haben wir GRÜNEN beantragt, dass für diejenigen Räume in den Schulen und Kitas, in denen ein optimales Lüften nicht möglich ist, zusätzlich mobile Luftreinigungsgeräte mit HEPA-Filtern zum Einsatz kommen.

Beides, CO2-Messgeräte wie auch Luftreinigungsgeräte, werden von der Bayerischen Staatsregierung als sinnvolle Maßnahmen erachtet. Die Staatsregierung hat daher auch Förderprogramme aufgelegt, die genau diese Maßnahmen zu einem großen Anteil fördern, bis zu 100% – allerdings mit einer Antragsfrist Ende letzten Jahres.

Der Landkreis Dachau hat beide Geräte, die CO2-Ampeln wie auch die Filtergeräte, bereits im Herbst letzten Jahres auf Initiative der Landkreis-GRÜNEN für die weiterführenden Schulen, für die er selbst Sachaufwandsträger ist, beschafft, wie auch viele andere Kommunen.

Nach einer ausgiebigen und kontrovers geführten Diskussion haben die anderen Gemeinderatsfraktionen den Nutzen der CO2-Ampeln nicht gesehen und den Antrag der GRÜNEN nicht unterstützt. Die bisherigen Lüftungskonzepte seien vollkommen ausreichend und würden stets konsequent umgesetzt. Zudem gebe es ja auch kostenlose Smartphone-Apps zur Unterstützung, so die CSU-Gemeinderätin Ursula Weber. CSU, Bündnis für Karlsfeld, SPD und Freie Wähler waren der Auffassung, es bestände kein Bedarf an solchen Mess- und Filtergeräten, selbst wenn der Freistaat die Kosten komplett übernimmt.

Die alltägliche Praxis zeigt unserer Erfahrung nach leider nicht selten das Gegenteil. Umso bedauerlicher ist es, dass nun in Karlsfeld, anders als in vielen anderen Landkreisen, Städten und Gemeinden, das Angebot des Freistaats zur Optimierung der durchgeführten Hygienemaßnahmen nicht angenommen wird, obwohl dies mit keinen oder nur geringen Kosten für die Gemeinde verbunden gewesen wäre.

Es drängt sich für uns die Frage auf, warum die Kinder in Karlsfeld diese einfachen, vom Freistaat überwiegend bezahlten Schutzmaßnahmen nicht bekommen dürfen, ihre Geschwister und Freunde in Realschule oder Gymnasium, wofür der Landkreis zuständig ist, aber schon.

Für uns Karlsfelder GRÜNE ist der bestmögliche Schutz unserer Kinder in Schulen und Kitas stets das oberste Ziel. Leider konnten wir uns jedoch mit unseren guten Argumenten nicht durchsetzen.

Hoffentlich gibt uns das Infektionsgeschehen und ein vermehrtes Auftreten von Erkältungskrankheiten in Schulen und Kitas nach Wiederöffnung der Einrichtungen nicht nachträglich Recht. Und wenn doch noch solche Geräte beschafft werden müssen, befürchten wir, dass Karlsfeld die Kosten dann ohne staatliche Zuschüsse komplett selbst tragen muss.

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