Es geht wieder los!

Am 24.09.2020 traf sich der Gemeinderat Karlsfeld zur ersten Sitzung nach der Sommerpause im Bürgerhaus. Außergewöhnlich viele Zuhörer*innen waren anwesend, denn es ging u.a. um die Wiedereröffnung des Hallenbades nach der Corona-Zwangspause. Viele Karlsfelder*innen warten ungeduldig darauf, haben doch die Münchner Bäder und auch das Dachauer Hallenbad bereits seit Wochen wieder geöffnet.

Nun ist es also einstimmig beschlossen: Das Hallenbad Karlsfeld wird wieder öffnen, wenn es auch noch dauert… Frühestens am 18. Oktober sei eine Wiedereröffnung möglich, so Schwimmmeister Gellermann. Und dass auch nur mit einem umständlichen Hygienekonzept, das wir GRÜNEN in vielen Punkten kritisieren.

Damit eins klar ist: Wir GRÜNEN hier im Gemeinderat haben natürlich für die Wiedereröffnung des Hallenbades gestimmt. Wie man der aktuellen Presse entnehmen kann, hätten wir uns eine Öffnung insbesondere für unsere Schulkinder und Vereine schon zu Beginn des Schuljahres gewünscht – wie es in München und Dachau möglich war.

Natürlich muss der Besuch aus aktuellem Anlass unter bestimmten hygienischen Auflagen erfolgen. Dabei sollte aber gelten: „So sicher wie nötig“ und „so unkompliziert wie möglich“. Die vorgeschlagenen Hygieneregeln beruhen auf einem Gutachten vom 09. Juli. Mittlerweile gibt es neue Erkenntnisse, was die Ansteckungsgefahr in Hallenbädern angeht. Chlor und Wasser senken das Ansteckungsrisiko und die Gefahr von Schmierinfektionen wird auch erheblich niedriger eingeschätzt als noch vor einigen Monaten. Deswegen müssen andere Hallenbäder nicht zwischendurch schließen, damit alle Flächen desinfiziert werden können.

Unsere wichtigsten Kritikpunkte am vorliegenden Hygienekonzept sind:

1. Der Einlass in Zeitblöcken

Das würde bedeuten, dass sich die Besucher zu Beginn und am Ende eines Zeitblocks am Eingang, den Umkleiden und Duschen stauen. Das ist kontraproduktiv! Badegäste, die nur eine Stunde anwesend sind, blockieren in diesem Modell außerdem den Zutritt für andere. Sowohl Dachau, als auch München haben ihre Hallenbäder seit Anfang September geöffnet – statt Zeitblöcken haben sie ein Ampelsystem eingeführt. Das funktioniert gut und wird vielleicht auch dauerhaft nützlich sein, denn wer weiß, wie lange nur eingeschränkte Besucherzahlen sinnvoll sein werden.

2. Die Anmeldung per E-Mail oder telefonisch

…ist zum einen personal- und damit kostenintensiv und v.a. fürchten wir, dass dies für nicht wenige Personen eine Hemmschwelle sein könnte, vielleicht genau für die nicht-deutsch-sprachigen, die trotzdem gern ins Hallenbad gehen und deren Kinder das gleiche Recht haben Schwimmen zu lernen. Auch hier halten wir das Ampelsystem, das selbsterklärend und kurz vor dem Besuch am Smartphone geprüft werden kann, für die bessere Lösung.

3. Sperrung der Duschen

Es müssen sicher nicht alle Duschen gesperrt werden. In Dachau sind nur einige Duschen gesperrt, sodass der Sicherheitsabstand eingehalten werden kann.

Wir haben noch mehr konkrete Anregungen und Kritikpunkte an dem Hygienekonzept aus dem Beschlussvorschlag, der unseren Bürger*innen in der Gemeinderatssitzung leider vorenthalten wurde. Grundsätzlich haben wir vorgeschlagen, den vorliegenden Beschlussvorschlag dahingehend zu ändern, dass das Hygienekonzept bis Oktober aktualisiert und dabei auf die Erfahrungen der umliegenden Kommunen zurückgegriffen wird.

Leider wurde in der Sitzung nicht darauf eingegangen. So bleibt uns nichts anderes übrig, als uns über die prinzipielle Wiedereröffnung des Hallenbades zu freuen und die Evaluation im November abzuwarten. Wir bleiben dran!

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